Versos German Friedrich von Bodenstedt Es weht der Gottesodem

German poem

Es weht der Gottesodem

by (1819–1892)

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Es weht der Gottesodem Durch Himmel, Erd' und Flut; Haucht aus der Tiefe Brodem Und aus der Höhe Glut.

Läßt Adler hoch sich schwingen, Gespreizte Pfaun sich blähn; Läßt Nachtigallen singen Und Glaubenshähne krähn. Schafft Kräfte der Entzweiung, Läßt Torheit herrschen lang, – Doch gibt auch zur Befreiung Der Weisheit Kraft und Drang.

Der Frühling heilt die Schäden, Die uns der Winter schlug; Weisheit spinnt goldne Fäden Aus Torenwahn und Trug.

Du forsche nicht vergebens Nach dieser Schöpfung Sinn: Zieh aus dem Schmerz des Lebens Auch deinen Glücksgewinn.