German poem
Gelb rollt mir zu Füßen der brausende Kur
by Friedrich von Bodenstedt (1819–1892)
Gelb rollt mir zu Füßen der brausende Kur Im tanzenden Wellengetriebe; Hell lächelt die Sonne, mein Herz und die Flur – Oh, wenn es doch immer so bliebe!
Rot funkelt im Glas der kachetische Wein, Es füllt mir das Glas meine Liebe – Und ich saug' mit dem Wein ihre Blicke ein – Oh, wenn es doch immer so bliebe!
Die Sonne geht unter, schon dunkelt die Nacht, Doch mein Herz gleicht dem Sterne der Liebe, Flammt im tiefsten Dunkel in hellster Pracht – Oh, wenn es doch immer so bliebe!
In das schwarze Meer deiner Augen rauscht Der reißende Strom meiner Liebe; Komm, Mädchen! Es dunkelt und niemand lauscht – Oh, wenn es doch immer so bliebe!