Versos German Georg Reicke 7 (Ich sinn und sinne, geh…)

German poem

7 (Ich sinn und sinne, geh…)

by (1863–1923)

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Ich sinn und sinne, geh auf stillen Wegen Und müh mich ernsthaft um mein Gleichgewicht, Jedoch umsonst: ich bleibe unterlegen.

Ich schau nur immer in ein bleich Gesicht Mit seltsam Widerspruch-gemischten Zügen, Aus denen eine kranke Seele spricht.

Und auch den Augen will nichts mehr genügen: Es scheinen See und Himmel, Wald und Strand Nur willens, sie um Bessres zu betrügen.

Um Bessres—? Wie? Bist du so schnell entbrannt? Seit wann? wofür? Ist sie nur hübsch zu nennen? Vielleicht das Kleid, das Haar, die schmale Hand—

Doch sonst—? Und würdest du sie wirklich kennen, Du fändest sie am Ende unausstehlich Und wärst heilsfroh, dich möglichst bald zu trennen!

Zwar—hier am Strande ist man grad nicht wählig, Die Zeit wird lang, und stets allein zu gehen, Tagaus, tagein—ich glaub, das macht allmählich

Ganz melancholisch noch! Ich will doch sehen, Mich ihr zu nähern. Mittags beim Diner Dürft' es vielleicht schon sich von selbst verstehen ...

Vielleicht noch besser abends an der See ...