German poem
An Herren Theodor de Mayerne
by Georg Rudolf Weckherlin (1584–1653)
Der leib des grösten reichs des menschen leib sich gleichet, in beeden sihet man, wie durch müssigkeit schand, durch schand uneinigkeit, durch zertrennung aufstand, durch entpörung schwachheit, durch schwachheit der tod schleichet; Doch wan durch gottes gnad das bös dem guten weichet auf guten rat und hilf des haupts und auch der hand, alsdan gesundheit, frid und freud zugleich das land wie auch des menschen leib lieblich wider bereichet. Ach näm das teutsche reich, das jetz in seinem blut ganz zaghaft, trostlos, schwach mit des tods band umfangen, Mayerne, deinen rat allein getreu, weis, gut; So solt es nicht allein trost, hilf und heil empfangen, sondern sein herz, hand, hirn, von zagheit, schwachheit, wut gefreiet, solten noch unsterblichkeit erlangen.