German poem
Auf der Straßenbahn
by Gerrit Engelke (1890–1918)
Wie der Wagen durch die Kurve biegt, Wie die blanke Schienenstrecke vor ihm liegt: Walzt er stärker, schneller.
Die Motore unterm Boden rattern, Von den Leitungsdrähten knattern Funken.
Scharf vorüber an Laternen, Frauenmoden, Bild an Bild, Ladenschild, Pferdetritt, Menschenschritt – Schütternd walzt und wiegt der Wagenboden, Meine Sinne walzen, wiegen mit!: Voller Strom! Voller Strom!
Der ganze Wagen, mit den Menschen drinnen, Saust und summt und singt mit meinen Sinnen. Das Wagensingen sausebraust, es schwillt! Plötzlich schrillt Die Klingel! – Der Stromgesang ist aus – Ich steige aus – Weiter walzt der Wagen.