Versos German Gustav Falke Das Nixchen

German poem

Das Nixchen

by (1853–1916)

Listen in the reader

Ein Nixchen ist ans Land geschwommen, Steht unter einem Blütenbaum, Die warmen Sommerwinde kommen Und trocknen ihr den feuchten Saum.

Mit großen Augen sieht die Kleine Stumm in die heiße Flimmerglut; Wie wird in all dem Sonnenscheine Dem Nixchen wunderlich zu Mut.

In ihre kühle Mädchenkammer Fällt nur ein ganz gedämpftes Licht, Als wie durch einen langen Jammer Ein schwacher Strahl der Hoffnung bricht.

Hier aber ist ein Gleiß und Glimmer, Ihr thun davon die Augen weh; Doch reglos steht sie, staunt nur immer, Die kleine blonde Wellenfee.

Auf einmal fängt sie an zu weinen, Weiß nicht warum, weint leis sich aus, Und schlüpft dann auf behenden Beinen Zurück ins kühle Wasserhaus.