German poem
Trüber Tag
by Gustav Falke (1853–1916)
Ein feuchtes Wehen wühlt im Laub und streut Ins nasse Gras ringsum den Tropfenfall, Und wo noch gestern laute Lust, träumt heut Schwermütiges Schweigen überall.
Die frühen Rosen frieren so im Wind. Gestern, als heißer Mittag darauf lag, Brach ich die schönste dir. Wo bist du, Kind? Wo ist die Rose? Wo der helle Tag?
Auch morgen, wenn die Sonne wieder scheint, Und ganz voll Duft mein kleiner Garten ist, Ruft dich mein Herz und weint Und weiß nicht, wo du bist.