Versos German Gustav Hohbach Das Kind

German poem

Das Kind

by (1803–1850)

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Es schläft ein Kindlein so süße, Und lächelt so froh und so schön: Es träumt ihm, ein Engel grüße Ihm zu von den himmlischen Höh’n.

Er winkt mit dem Lilienstengel Dem frommen Kindlein zu: „O komme, du menschlicher Engel, Bey uns ist Frieden und Ruh.

Wir beten und singen und warten Der Lilien, die hier blühn Im schönen Himmelsgarten, Der Rosen, die hier glühn.

Es wartet da drunten auf Erden Nur Kampf und Kummer dein; Wer dort will glücklich werden, Muß viel erst kosten der Pein.“

Da fühlet das Kindlein ein Sehnen Nach himmlischer Seligkeit. „Lieb’ Mutter, o trockne die Thränen, Dem irdischen Schmerze geweiht!

Da droben ist’s schöner und besser; O laß mich, o laß mich dahin!“ Da werden die Wangen ihm blässer, Da schwindet der Mutter der Sinn. –

„Lieb Mutter, ich habe die Leiden, Die dort mir auf Erden gedroht, Vertauscht nur mit ewigen Freuden; Drum weine die Augen nicht roth!“

Da hört sie’s wie Harfen erklingen Von ferne so sanft und so hehr: Da hört sie die Engelein singen, – Da denkt sie des Schmerzes nicht mehr.

Gustav Hohbach.