German poem
Der Schuß
by Gustav Sack (1885–1916)
Drei wilde Nächte hab ich durchgebracht, Nun häng ich zitternd in der hohlen Stadt, die alle Lichter schon verloren hat vor Regengraus und Sturm – weh! welche Nacht!
All meine Jahre sind hell aufgewacht und haben mir heißhungrig, nimmersatt mein wüstes Trinkerleben Blatt für Blatt auf einem grellen Filmband vorgelacht.
Sie winken mir und grinsen: war's nicht so? umfluten mich und fragen: weißt du noch? und streicheln mich und flüstern: bist du's nicht?
Da hallt ein Schuß, laut, scharf, von irgendwo – der reißt in meinen Film ein schwarzes Loch, daß er entsetzt aufkreischt und – stumm zerbricht.