German poem
Wache Nächte
by Gustav Sack (1885–1916)
Tief schläft die Stadt und wieder schlägt es drei; doch eine Ewigkeit muß noch verfließen, bis aus den feucht verhangenen Verließen der alte lichtdurchtönte Tag sich frei
gemacht und ihn mit ihrem Morgenschrei die schwarzen Amseln von den Dächern grüßen. Drei Nächte – drei endlose Nächte stießen sich hohl und qualenwach an mir vorbei –
doch während sie die längst verharschten Wunden blutig aufbrachen und im bangen Schoß der gähnend grenzenlos gedehnten Stunden
des Tages Bitternisse riesengroß aufbauschten, sah ich, obwohl ganz zerschunden, hellseherisch mein vorbestimmtes Los.