German poem
Das Schicksal gibt kein Zeichen mir
by Hafis (1326–1389)
Das Schicksal gibt kein Zeichen mir Von meines Freundes Munde:
Von dem verhüllten Räthsel gibt Das Glück mir keine Kunde.
Mich tödtet Sehnsucht, denn dies Thor Ist nimmer zu erreichen,
Und wär's erreichbar auch, so gibt Der Pförtner mir kein Zeichen.
Für einen einz'gen Kuss von Ihm Gäb' willig ich mein Leben:
Doch nehmen will Er dieses nicht, Und jenen auch nicht geben.
Der Ost berührt Sein Haar; o sieh Des niedrigen Himmels Schalten:
Das was dem Winde er gewährt, Muss mir er vorenthalten!
Wenn auch den Rand nach Zirkelart Umkreisen meine Schritte,
Lässt mich das Loos, dem Punkte gleich, Doch nimmer in die Mitte.
Durch die Geduld gelänge ich Zum Zucker wohl am Ende,
Wenn nur der Zeiten Tücke sich Zu läng'rer Frist verstände.
Ich sprach: »Den schönen Freund zu schau'n Will ich nun schlafen gehen.«
Allein Hafisens Ach und Weh Lässt Ruhe nicht bestehen.
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