German poem
Fort ist Er, und vom Rubine
by Hafis (1326–1389)
Fort ist Er, und vom Rubine Seiner Lippe nippt' ich nicht;
Fort ist Er, und satt nicht schaut' ich Mich an Seinem Mondgesicht.
Scheint es doch, mein Umgang habe Ihn versetzt in grosse Pein;
Fort ist Er, den Bündel schnürend, Und ich holt' Ihn nimmer ein!
Fātĭhās und Stossgebete Waren's, die ich häufig sprach;
Fort ist Er; die Sure: Treue Hauchte ich umsonst Ihm nach!
Schmeichelnd sprach Er: »Nimmer werd' ich Aus des Willens Dorfe geh'n.«
Fort ist Er, Sein Schmeicheln täuschte, Und du hast's nun selbst geseh'n.
»Wer mich will besitzen – sprach Er – Trenne von sich selber sich.«
Fort ist Er, und weil ich hoffte, Trennt' ich von mir selber mich.
Auf der Huld und Anmuth Wiese Schritt Er stolz einher; allein
Fort ist Er, und nie betrat ich Seiner Vollgunst Rosenhain.
Wie Hafis hab' ich gejammert Und die ganze Nacht geklagt;
Fort ist Er und weh, ich habe Nicht Ihm Lebewohl gesagt!