Versos German Hafis Gestern Abends gab der Sprosser

German poem

Gestern Abends gab der Sprosser

by (1326–1389)

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Gestern Abends gab der Sprosser – Pēhlĕwī nur sprach sein Mund –

Hoch vom Zweige der Zipresse Lehren hohen Sinnes kund:

»Komm, denn wie das Feuer Moses« – Sprach er – »glüht die Rose auch;

Merke dir was über Einheit Dich hier lehrt der Rosenstrauch.«

In gereimten Tönen scherzen Vogel in dem Gartenhain:

Bei altpersischen Ghaselen Trinke denn der Meister Wein!

Es geniesst auf grober Matte Sichern Schlaf der Bettelmann:

So ein Glück trifft man nicht immer Auf dem Fürstenthrone an.

Nur das Mährchen von dem Glase Liess Dschĕmschīd der Welt zurück;

Hüte dich dein Herz zu binden An das eitle Erdenglück!

Treffend sprach zum Sohn der Bauer Den gebeugt der Jahre Last:

»O mein Augenlicht! Du erntest Nur was du gesäet hast.«

Deines Auges Blicke haben Schwarz gefärbt der Menschen Haus;

Mög' der Hochmuthsrausch dir schwinden, Denn noch triebst du ihn nicht aus.

Lass ein Wunder dir erzählen Vom verkehrten Menschenloos:

»Jener Freund mit Issa's Hauche Gab mir, ach, den Todesstoss!«

Gab der Schenke denn Hafisen Mehr als was gebührend war?

Denn dem Mēwlĕwī-Turbane Hängt verwirrt herab das Haar.