German poem
Gottes Heil, so lang die Nächte
by Hafis (1326–1389)
Gottes Heil, so lang die Nächte Immer wiederkehren,
Und der Laute und der Zither Zweigespräche währen!
Ferner Heil dem Dornenthale, Ihm auch der's bewohnet,
Und dem fahnenreichen Zelte Das auf Sande thronet!
Jedem Fremdlinge hienieden Wünsch' ich Glück und Segen:
Darum bet' ich unablässig, Bete allerwegen.
Lass, o Gott, wohin auch immer Er sich möge wenden,
Deinen Schutz ihm angedeihen, Und ihn nimmer enden!
Ruhig, Herz! denn die die Ketten Seiner Locken tragen,
Finden in der wirr'sten Lage Ordnung und Behagen.
Ich erliege noch der Sehnsucht; Hätt' ich doch nur Kunde,
Wann mir Nachricht vom Genusse Wird aus Botenmunde?
Deine Lieb' ist meine Wonne, Ist's an jedem Tage,
Und dein Nam' ist mein Gefährte, Ist's in jeder Lage.
Bis zum Aufersteh'n der Todten Sollen heisse Triebe,
Dir geweiht, mein Herz erfüllen, Und die höchste Liebe.
Find' ich irgendwo Genüsse, Wie bei dir, o König?
Mir, dem Zecher, dem Verruf'nen, Liegt am Ander'n wenig.
Weil dir hundert neue Reize Hat dein Flaum gegeben,
Soll durch hundert Ruhmesjahre Währen auch dein Leben!
Jenem Maler, dem allmächt'gen, Muss man Beifall zollen,
Der des Neumonds Strich gezogen Um den Mond, den vollen.
Wenn nur du dein Dasein fristest, Kann die hohen Ehren
Und des Reichthums Capitale Man gar leicht entbehren.
Weiss der Herr doch, was Hafisens Absicht sei hienieden;
Kennt erst Gott, was ich verlange, Bin ich schon zufrieden.
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