German poem
Ihm vereint zu sein ist besser
by Hafis (1326–1389)
Ihm vereint zu sein ist besser Als Unsterblichkeit erstreben;
Herr der Welten, wolle immer Das was besser ist mir geben!
Zwar Er schlug mich mit dem Schwerte; Doch kein Mensch soll es erfahren;
Besser ist's, des Freund's Geheimniss Nicht dem Feind zu offenbaren.
Sei, o Herz, in Seinem Gaue Stets ein Bettler und begehre!
Denn es heisst ja: »Besser ist es Dass ein Glück beständig währe!«
Fruchtlos würdest du, o Frömmler, Mich im Paradies erwarten:
Ist der Apfel dieses Kinnes Besser doch als jener Garten.
Mit der Knechtschaft Maal bezeichnet Hier an diesem Thore sterben,
Ist – bei Seiner Seele! – besser Als das Reich der Welt erwerben.
Eine Rose die mit Füssen Mein Zipressenbaum getreten,
Ist, zu Staub verrieben, besser Als das Blut von Ergwan-Beeten.
Wollt – ich bitt' um Gotteswillen – Freundlich meinen Arzt befragen!
Wann denn endlich dieser Schwache Besser werde, mög' er sagen.
Wende dich nicht ab, o Jüngling, Räth dir eines Alten Zunge:
Denn es ist der Rath des Alten Besser als das Glück, das junge.
Nachts einst sprach Er: »Hat doch sicher Nie ein Sterblicher geschauet
Eine bess're Perl' als jene Die mir auf das Ohr gethauet.«
Worte aus dem Mund des Freundes Gleichen zwar den Edelsteinen:
Aber was Hafis gesprochen Muss als besser noch erscheinen.