Versos German Hafis Jenem schwärzlichen Geliebten

German poem

Jenem schwärzlichen Geliebten

by (1326–1389)

Listen in the reader

Jenem schwärzlichen Geliebten, Voll von aller Erdenlust,

Glüht das weingefärbte Auge, Lacht die Lipp' und jauchzt die Brust;

Alle zuckerlipp'gen Schönen Sind Monarchen zwar; doch er

Ist der Salomon der Zeiten, Denn er ist des Siegels Herr;

Auf der weizenfarben Wange Zeigt sein Moschusmaal uns klar,

Wie es kam, dass einst ein Körnchen Der Versucher Adam's war.

Reisen will mein Herzensräuber; Helft mir, Freunde, Gott zu Lieb'!

Denn wie heilt mein Herz, das wunde, Da das Pflaster bei ihm blieb?

Schönheit schmückt ihn, hohe Tugend, Und sein Saum ist makelrein:

Alle Reinen beider Welten Müssen ihm gewogen sein.

Wer begreift die Widersprüche, Dass mich jenes Felsenherz,

Das da Isa's Hauch besitzet, Doch geweiht dem Todesschmerz?

Gläubig ist Hafis, d'rum halte Ihn in Ehren immerdar;

Es geleitet ihn der Segen Der geehrten Geisterschaar.