German poem
Komm', o Schenke, denn den Schleier
by Hafis (1326–1389)
Komm', o Schenke, denn den Schleier Hob der Freund vom Angesicht,
Und die Kerze, frommer Klausner, Leuchtet nun mit hell'rem Licht.
Jener ausgelöschten Kerze Antlitz glänzt nun abermal,
Dieser abgelebte Alte Strahlt in neuer Jugend Strahl.
Der Geliebte that so zärtlich, Dass die Gottesfurcht entwich;
Und der Freund erschien so gnädig, Dass den Feind die Angst beschlich.
Halte ein mit dieser Rede, Herzbethörend, süss und fein:
Dein Pistazenmund – so scheint es – Taucht sein Wort in Zucker ein.
Wunden hatte mir geschlagen Eine Last von schwerem Gram,
Als ein Arzt mit 'Îsa's Hauche, Gottgesandt, sie von mir nahm.
Wer, besiegend Mond und Sonne, Schönheit bietet zum Verkauf,
Gibt, wenn du herangekommen, Seinen Handel wieder auf.
In des Himmels sieben Kuppeln Tönt dies Mährchen fort und fort;
Aber sich', dem blöden Sinne Scheint es nur ein eitles Wort.
Sprich, Hafis, von welchem Manne Dies Gebet gelernt du hast?
Denn dein Lied, als Schutzgehänge Trägt's der Freund, in Gold gefasst.
More by Hafis
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- Komm' ich abermals vorüber
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