German poem
O du der, mich ermordend
by Hafis (1326–1389)
O du der, mich ermordend, Die Menschlichkeit nicht kennt,
Und sorglos sammt den Zinsen Das Capital verbrennt!
Ein Gift das tödtet führen Die Leidenden bei sich:
Gefahr bringt's diesem Volke Zu nah'n; ich warne dich.
Leicht macht von meiner Krankheit Ein einz'ger Blick mich frei:
Doch schonungslos verweigerst Du mir die Arzenei.
Mein Auge ward zum Meere In Hoffnung dich zu seh'n:
Willst du am Meeresufer Denn nicht vorüber geh'n?
Was man von deiner Härte, Du Mildgesinnter, spricht,
Sind nur der Neider Worte: Du üb'st dergleichen nicht.
O Frömmler, zeigt mein Schöner Sich dir im hellen Schein,
Begehrest du vom Schöpfer Ein Liebchen nur und Wein.
Hafis, anbetend weile Am Altar Seiner Brau'n:
Du betest ja sonst nirgends Mit grösserem Vertrau'n.
More by Hafis
- O bringe Wein, befreiend mich
- O dass des Schicksals Gunst sich freundlich zu mir neigte
- O der frohen Botschaft! Heil und Segen
- O des beglückenden Momentes
- O du, auf dessen Angesichte
- O du, durch dessen Wangenschimmer
- O du, in dessen Staub, voll Ehrfurcht, Mond und Sonne
- O du, mein scheues Reh, wo weilest du nunmehr?