German poem
O du, mit dessen Grame mich
by Hafis (1326–1389)
O du, mit dessen Grame mich Vereint ein ew'ges Band!
Ich klage nicht, wenn fruchtlos auch Um dich mein Leben schwand.
Das Glück der Hunde deines Gau's Begreift nicht wer's nicht kennt;
O wär' in jener Gegend doch Zu wohnen mir vergönnt!
Mein nasses Auge gab, o Freund, Dir mein Geheimniss Preis:
Erbarm' dich meiner Thränen, du Der was mir mangelt weiss!
Kein Schöner kennt der Treue Pflicht: Ihr mit dem reinen Sinn,
Erwartet Treue nicht von dem, Dem Schönheit ward verlieh'n!
Vorbei am Lebensquelle ging Mit durst'ger Lippe ich:
So labe denn, o Schenke, du Mit süssem Wasser mich!
Verlassen hab' ich dir zu Lieb' Den Glauben und die Welt,
Aus Leidenschaft für dich entsagt Der Ruhmsucht und dem Geld;
Und wenn auf deiner Schwelle Staub Hafis sein Leben schliesst,
So lebt ein neues Leben er Das unvergänglich ist.