German poem
Wonne lässt der Blick des Wirthes
by Hafis (1326–1389)
Wonne lässt der Blick des Wirthes Und Genuss erwarten;
Wundervoll sind Luft und Wasser In der Schenke Garten.
Billig war's, dass edle Häupter Ihm zu Füssen lagen:
Unverschämte Kühnheit wär' es, Mehr davon zu sagen.
Wer vom Himmelshaus und Eden Spricht in reichen Bildern,
Will dadurch der Rebentochter Haus nur klarer schildern.
Mein Gemüth, das würzig duftet, Wünscht nur Weinrubine;
Doch der Geizhals wünscht des Silbers Und des Goldes Mine.
Gott schrieb Jedem auf die Stirne Was er mag erreichen:
Kába, Tempel, Höll' und Himmel Sind die äusser'n Zeichen.
Lass die Mährchen! Schatz und Schlange Weilen stets beisammen,
Des Propheten Glücke drohte Bŭlĕhēb mit Flammen.
Wahre Grösse gleicht der Perle Ungetrübtem Schimmer;
Mühe dich! denn wahre Grösse Liegt im Stammbaum nimmer.
Ewig strebt das Herz Hafisens Durch des Schöpfers Gnade
Tag und Nacht mit regem Fleisse Nach demselben Pfade.