German poem
Das abgelösete und unabgelösete Pfand
by Hans Assmann von Abschatz (1646–1699)
Nimphe/ von der zarten Hand Wird mir wieder zugesandt/ Was ich mich/ durch Ungelücke Weg zu geben/ schuldig fand. Aber deiner Augen Blicke Haben mir noch was entwandt/ Das nicht wieder kehrt zurücke/ Wie diß abgelöste Pfand.
Deine Tugend/ deine Zier Nahm mein Hertz/ und schenckt es dir/ Ließ mich nichts dafür empfangen; Seit es abgereist von hier Hats ihm wunderlich gegangen: Es muß brennen für und für/ Trägt doch aber kein Verlangen Wiederum zu seyn bey mir.
Nun es bleibe wo es kan! Findt es sein Vergnügen dran/ Ich will mich nicht widersetzen: Schätz und Hertzen/ die der Wahn Vor so köstlich pflegt zu schätzen/ Wollen seyn geleget an/ Wenn sie anders solln ergötzen/ Und auff Wucher ausgethan.
More by Hans Assmann von Abschatz
- Cometen-Gedancken- An. 1664
- Dachses Grabschrifft
- Damit der starcke Feind aus seinem Vortheil weiche
- Das Abendmahl ist groß- und diß nicht zu versäumen
- Das beste Andencken
- Das Creutze führt zu Gott- drum will ichs willig küssen
- Das eintzele Grab zweyer Verliebten zu Lyon
- Das Glück im Kriege steht auff ungewissem Grunde