German poem
Es hielten mich Verdruß und Kümmernis begraben
by Hans Assmann von Abschatz (1646–1699)
Es hielten mich Verdruß und Kümmernis begraben/ Ich schien fast meiner selbst nicht Sorg und Acht zu haben/ Mein Unmutt-volles Haubt war von Gedancken schwer/ Es irrten/ weiß nicht wo/ die Sinnen hin und her. Was nicht zu ändern steht/ und man doch bessern solte/ Was über Kräffte steigt/ und man doch zwingen wolte/ Betrübte meinen Geist/ der Leib zugleich empfand Wie das Gemütte nicht in seiner Ordnung stand/ Und fühlte manche Last/ die auff dem Hertzen steckte/ Als eine Mäyen-Post vom Queiße mich erweckte/ Den unbedachten Schlaf/ dem ich ergeben blieb Von so geraumer Zeit/ aus dem Gehirne trieb/ Die Feder in die Hand/ den Wunsch ins Hertze spielte/ Den nichts als alte Treu und Redligkeit erzielte: Wer izt die Blumen zehlt/ seh auch der Früchte Lust/ Dem Friede-Garten sey kein Winter-Sturm bewust!
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