Versos German Hans Assmann von Abschatz Herr- die Stund ist angebrochen

German poem

Herr- die Stund ist angebrochen

by (1646–1699)

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Herr/ die Stund ist angebrochen/ Da dein Kind im Friede fährt. Wie dein theures Wort versprochen/ Wo es längsten hinbegehrt/ Da mein schwacher Lebens-Kahn Langt am stillen Hafen an.

Meine Glaubens-Augen haben Deinen Heyland angeschaut/ Dem du deiner Weißheit-Gaben Und der Völcker Heyl vertraut/ Welcher Jacobs Sonnen-Schein Und der Heyden Licht soll seyn.

Ach mit was vor tausend Freuden Scheid' ich aus der bösen Welt/ Da uns Angst und Noth bekleiden/ Sorg' und Furcht gefangen hält/ Da man/ wenns am besten geht/ In Gefahr der Seelen steht.

Ach/ mit was vor tausend Freuden/ Schlüß ich meiner Augen Licht/ Das sich ewig dort soll weiden An des Höchsten Angesicht/ An der Sonne/ deren Schein Keine Wolcken hüllen ein.

Ach mit was vor tausend Freuden Zieh ich heim ins Vaterland/ Da mein abgekürztes Leyden Wird in ewge Lust gewand/ Da man Jesu für und für Redet/ denckt und singt von mir.

Arm und Hertze steht dir offen/ Gieb mir einen Liebes-Kuß/ Hör mein mattes Hertze ruffen Wenn der Mund verstummen muß: Du mein Alles/ du mein Ich/ Jesu/ komm und hole mich!