Versos German Hermann Lingg Osterzeit

German poem

Osterzeit

by (1820–1905)

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Nach der kurzen Fröhlichkeit Unsres kleinen Mummenschanzes Kommt die wahre Faschingszeit, Kommt das Fest des Sonnenglanzes: Ihrem großen Karneval Stürmt die Erde jetzt entgegen, Schon beginnt ihr, Berg und Thal, Bunte Kleider anzulegen.

Lächelnd zerrt sie her und hin Ihre Maskengarderobe, Wirft den Schnee als Hermelin Auf der Veilchen blaue Robe, Launenhaft von Eis bestreut Und durchwogt von Blumendüften, Tanzt sie mit den Flocken heut, Morgen mit den Frühlingslüften.

Auf einander folgt wie toll Abends spät und früh am Tage Lerchenjubel wonnevoll, Amselschlag, die süße Klage. Du, des Balles Königin, Sonne, dringe durch, erhebe Aller Herzen, Aller Sinn, Und was todt noch scheint, belebe!

Hermann Lingg.