German poem
Absynth
by Jakob Julius David (1859–1906)
Mein Lieben, Träumen, Grollen, Ist früchtelos verrauscht. Wenn meine Segel schwollen, Hat sie der Sturm gebauscht; Gewaltig klingt sein Gellen Im Takelwerk, den Raa’n, Mein Schifflein will zerschellen – Ei nu – was geht’s mich an?
Es starb das heil’ge Feuer, Das auf dem Mast gesprüht: Die Hand verliess das Steuer – Sie war wohl allzumüd. Sie sucht nicht mehr durch Sunde Die klippenfreie Bahn … Sie hebt das Glas zum Munde – Ei nu – wen geht’s was an?
Und hab’ ich nie besessen, Was je mein Herz begehrt – Du Taumeltrunk Vergessen, Du bleibst mir immer wert! In dir versenkt zur Stunde Sei, was man mir gethan … Ihr sagt, ich geh’ zu Grunde? Ei nu – was geht’s euch an?