Versos German Joachim Ringelnatz In Betrachtung eines Teppichs

German poem

In Betrachtung eines Teppichs

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Schön bist du, obwohl abgetreten, Viele Füße gingen hin und her Und kreuz und quer Über dich. –

Bei Tapeten Kommt das nicht vor (ist zu schwer).

Wechselnd saugen sie an dir, schlagen Und trampeln dich bei Tag und bei Nacht. Und du hast so viel Behagen In diese Wohnung gebracht.

Mich interessiert nicht, wer dich gewebt Hat, wo du geboren bist. Mich interessiert nur, was in dir lebt. – Dein Leben ist Zwist.

Ich fühle mich selber so ausgerollt Ein Langeslang beschritten. Nun das hat mein Schicksal so gewollt.

So wird auch ein Sattel zerritten. So bleicht auch Farbe. So schrumpft die Wand.

Teils leuchtend, teils verschlissen, Dienst du. –

Hast du – – Hat ein Gegenstand Wohl ein Gewissen? – ? – ?