Versos German Johann Baptist von Alxinger Der Anstand

German poem

Der Anstand

by (1755–1797)

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Hier, wo der Boden sich mit gelben, Dem Baum’ entsunkenen Blättern deckt, Nackt über mir sich Aeste wölben, Lieg’ ich im Rasen hingestreckt:

An einer alten Eiche hänget Mein ungeladen Feuerrohr; Denn, o kein Mordgedanke dränget Sich in ein zärtlich Herz empor.

O weidet nur, ihr jungen Rehe! O weidet nur in Sicherheit; Obgleich ich Liebesiecher sehe, Wie ihr durch Liebe glücklich seyd.

O Gott! wie, wenn sie plötzlich käme Durch dieser Bäume Säulengang Wenn fernher schon mein Ohr vernähme Des lieben Mädchens Engelsang!

Auffahr’ ich, wie ein Feuerfunken, Umarme sie so inniglich, Und jauchz’ und klammre wonnetrunken So fest an ihre Schulter mich.

Dann lang’ ich Brodt aus meiner Tasche, Das nun der Götterspeise gleicht Und trink’ aus dieser Jägerflasche, Noch von des Mädchens Lippen feucht.

Weh mir! ich fühle, daß ich träume, Ach, meilenweit entfernt ist sie, Und in dem Säulengang der Bäume Nur Schweigen und Melancholie!