Versos German Johann Baptist von Alxinger Der Morgen

German poem

Der Morgen

by (1755–1797)

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Bey des Morgens erstem Stral, Wenn nach meines Mädchens Garten Ich mich unbelauschet stahl, Fand ich schon sie meiner warten.

Liebe, scheuchte Liebe nur Sie so früh aus ihrem Bettchen? O wie war sie ganz Natur! O wie milchweiß ihr Jaketchen!

Kein Toupet, und kein Chignon Machten ihre Haare stocken, Von sich selbst geringelt schon Flatterten die schwarzen Locken;

Bey verliebter Vögel Sang, Bey des leisen Windes Wehen, Schlenderten wir Wang’ an Wang’ Arm in Arm durch die Alleen:

Haschten Schmetterlinge viel Auf dem breiten Blumenbette, Hüpften, trieben unser Spiel Wohl mit ihnen in die Wette.

Bis uns Milch, so weiß als Schnee, Körbchen, voll von Zuckernüssen, Bis die Kanne, voll Kaffee, Nach der Laub’ uns wandern hiessen.

Dann, o wie ein König groß, Saß ich bey dem kleinen Mahle; Hatte sie auf meinem Schooß, Trank mit ihr aus Einer Schale.

Jeder Seufzer ward erhört, Jede Freyheit ward gelitten; Und, mir Kosendem, gewährt Alle leisen Liebesbitten.

Dennoch zankten wir uns auch, Und sie floh, um mich zu necken; Aber selbst im dicksten Strauch Half mir Sehnsucht sie entdecken.

Nun das lose Mädchen sah, Daß sie keine List befreyet, Sprang sie her, stand lächelnd da, Ganz mit Blüthen überschneyet;

Both mir ihren kleinen Mund, Meine Lippe drauf zu schliessen, O ich küßte sie nun wund, Ohne je mich satt zu küssen.