German poem
An den Frieden
by Johann Gottfried Herder (1744–1803)
Die große Göttin Irene gebiert Den Sterblichen Reichthum und Blumen süssen Gesangs Auf künstlich schönen Altären flammt, Den Göttern die gelbe Flamme voll Opferduft Von Stieresschenkeln und Wollenheerden empor. Die Jünglinge denken auf Spiel’ und Flötengesang Und Lustbarkeiten; indeß den Eisenbeschlagenen Schild Der schwarzen Spinne Geweb’ umspinnt Und den spitzigen Speer und das zweischneidige Schwert Der Rost benaget. Es tönt nicht mehr Der ehernen Tuba Klang; er scheucht nicht mehr Uns von der Augenwimper den süssen Schlaf, Der unser Herz erquickt. Flecken und Dörfer sind voll frölicher Gastereyn, Und Gesänge der Liebe glänzen auf ihnen umher.