German poem
Der Wein
by Johann Gottfried Herder (1744–1803)
Süsse Gewalt, die aus den Bechern stürmt Und streichelt unser Gemüth mit der Cypris Hand. Auch Hoffnung ist in Dionysus Trank gemischt. Die das Herz ergreift, daß schnell es der Sorgen Last In die weiteste Ferne wirft. Der Trinker erobert Städte, zerstört Mauern und dünkt sich schon ein Monarch der Welt. Von Elfenbein und Marmor glänzt sein Haus: Ihm führen schwerbeladene Schiffe von Aegypten her Großen glänzenden Reichthum zu, Wie des Trinkers Herz es wünscht. – –