Versos German Johann Karl Wilhelm Geisheim Am Grabe eines Reichen

German poem

Am Grabe eines Reichen

by (1784–1847)

Listen in the reader

Beneide nicht den Reichen, Auch ihn ereilt das Grab; Es nimmt das Land der Leichen Auch ihm die Habe ab.

Doch seinen Ruhm beneide, Den Ruhm der Menschlichkeit, Der ihm als Sieg’sgeschmeide Folgt in die Ewigkeit.

Der in des Lebens Stille Mit Epheu ihn geschmückt, Der mit der Gaben Fülle Der Menschen viel’ beglückt.

Beneidet ihm den Frieden, Den ihm die Frömmigkeit, Sein edles Herz beschieden In steter Heiterkeit.

Beneidet ihm die Freude, Des Nächsten Glück zu sein, Und seine Augenweide, Den Armen zu erfreun.

Beneidet ihm die Thränen, Die ihm die Dankbarkeit, Die ihm der Liebe Sehnen Nun an dem Grabe weiht.

Beneide ihm die Krone, Die Bürgerkrone ihm, Ob der an Gottes Throne Ihn grüßen Cherubim.

Beneidet ihm des Kranzes Zum Stern verklärtes Licht, Uns strahlend voll des Glanzes, Als Stern der Menschenpflicht.

Ehrt ihn, und thut desgleichen Nach eurer Macht und Kraft; Heil! wer an edlen Leichen Empor zu Gott sich rafft.