Versos German Johann Karl Wilhelm Geisheim Den Frauen

German poem

Den Frauen

by (1784–1847)

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Wer kann ohne Liebe singen? Ohne sie die Muse flieht; Ohne Liebe kann’s nicht klingen, Ohne Liebe giebt’s kein Lied. Sängers Heldenlieder tönen Von des Ritters Kampf und Muth Nur, weil er dem Schutz der Schönen Redlich weihte Kraft und Blut.

Bei dem Wein und von dem Weine Rauscht des Sängers Lied wohl gern; Doch er denkt dabei die Eine, Denkt an seines Herzens Stern. Bald in trübe Nacht versunken Ist des Sängers Ton beim Wein, Hält nicht wach der Liebe Funken Über ihm den Sternenschein.

Aus des Erdenballes Räumen Singt sich Sehnsucht gern hinaus; Doch nur Lieb’ in schönen Träumen Baut im Himmel sich ein Haus. Heute, wie des Ritters Lanze, Lohnt den Sänger schöner Dank; Heute ruft im Rosenglanze Uns die Liebe zum Gesang.

Bei des Bechers Lust und Schäumen Ist des Herzens Stern uns nah; Dürfen nicht blos davon träumen, Unser Himmel ist schon da. Nimmer soll uns Liebe ferne, Treu der Frauen Gunst uns sein. Bleibet unsers Lebens Sterne, Unser Bild im Sang und Wein;

Das, als Lebensquell des Schönen, Unsers Muthes Kraft beschwingt, Dem in liebentflammten Tönen Unsrer Lieder Lust erklingt. Sorgt so in den Erdenräumen Ferner, ihr geliebten Frau’n, Daß wir Sänger nicht blos träumen, Nein, den Himmel wirklich schau’n.