German poem
Den lassen wir ein
by Johann Karl Wilhelm Geisheim (1784–1847)
Nur fröhliche Leute Laßt, Brüder, mir heute, Sei’s Groß, od’r Klein, Zum Thore herein! Chor: Die lassen wir ein.
Durchsuchet die Taschen, Kommt Einer mit Flaschen, Mit geistigem Wein, Den laßt mir herein. Chor: Die lassen wir ein.
Kommt Einer geritten, Der muthig gestritten Am Rhein für den Wein, Den laßt mir herein. Chor: Die lassen wir ein.
Käm’ Einer die Queere, Der fröhlich gern wäre, Und hätte nicht Wein, Den laßt mir herein. Chor: Die lassen wir ein.
Um Keinen zu schmerzen, Greift Jedem zum Herzen, Und ist’s nicht von Stein, So laßt ihn herein. Chor: Den lassen wir ein.
Ein Auge mit spitzen Und geistigen Blitzen – Sollt’ Einer so sein, Den laßt mir herein. Chor: Den lassen wir ein.
Kommt Einer gesprungen, Kommt Einer gesungen Mit Geig’ und Schalmei’n, Den laßt mir herein. Chor: Den lassen wir ein.
Mit Blumen ein Bübchen, Für sein Herzliebchen In schwebender Pein, Den laßt mir herein. Chor: Den lassen wir ein.
Und kämen je Zweie, Die ewiger Treue Der Freundschaft sich weih’n, Die laßt mir herein. Chor: Die lassen wir ein.
Doch schiefe Gesichter, Die grämlichen Richter Bei Küssen und Wein, Laßt ja nicht herein. Chor: ’s kommt Keiner herein!