Versos German Johann Karl Wilhelm Geisheim Deutscher Geist

German poem

Deutscher Geist

by (1784–1847)

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Freunde, deutsch ist meine Seele, Deutsch mein Wort und mein Gesang; Aber deutsch auch meine Kehle, Deutsch mein Faß und Becherklang. Nimmer undeutsch möcht’ ich werden, Nie verleugnen deutschen Wein; Land, wo Wein wächst, nennt auf Erden Aber gern der Deutsche sein.

Oft wohl schlug mit den Franzosen Sich der deutsche Mann herum; Er verschmäht der Ohnehosen Jakobinermützenruhm. Doch der größte deutsche Sänger Sang schon, und wir stimmen ein: Fränk’sches Joch trug sich nicht länger, Doch noch schmeckt uns fränk’scher Wein.

Span’scher Mantel, span’scher Kragen Kommt dem Deutschen spanisch vor, Und er denkt mit Unbehagen An der Stierhatz Matador; Mag von spanischen Geschichten Gern am liebsten ferne sein, Doch verschmähet er mit nichten Ächten, alten, span’schen Wein.

Jagten einst auch deutsche Kaiser Aus dem Lande den Magyar, Dünkt der Deutsche sich auch weiser Als ein un’grischer Husar: Näscher aller guten Weine, Allen Menschen traut durch Wein, Läßt Tokaier, Ruster seine Herzensgute Freund’ er sein.

Und von unserm Grüneberger, Bis zur guten Hoffnung Cap, Legt er allen Zwist und Ärger, Schickt man guten Wein ihm, ab. Mit dem Weine zieht die Geister Er der Welt in’s Land herein; Aller Geister Kellermeister Will und soll der Deutsche sein.