German poem
Der/ welcher vom teutschen Geblüte hergrünet
by Johann Klaj (1616–1656)
Der/ welcher vom teutschen Geblüte hergrünet/ Vnd rühmlich sich eigener Sprache bedienet/ Feyret die Grichin und Römerin nicht/ Weil ihm kein Zieraht in seiner gebricht.
Womit die Pelasgen und Römer stoltzieret Hat Teutschland außbündig und kündig gespüret/ Was den beliebten Camenen beliebt/ Was nur bepalmet und Lorbeerlaub giebt.
So kämpfet jhr Sprachen üm löbliches Siegen/ Erkühnet euch sämtlich als Ritter zu Kriegen/ Febus wird richten und geben den Preiß: Teutscher/ du jagest sie alle vom Kreiß.
Ihr aber erschwinget der Sinnen Geflügel/ Herr Claj postieret mit flüchtigem Zügel Himmelan/ höret die obere Lufft Euch schon als einen Poëten zurufft.