German poem
Abendlied, wenn man aus dem Wirthshaus geht
by Johann Peter Hebel (1760–1826)
Jetzt schwingen wir den Hut. Der Wein der war so gut. Der Kaiser trinkt Burgunder Wein, Der schönste Junker schenkt ihm ein, Und schmeckt ihm doch nicht besser, Nicht besser.
Der Wirth, der ist bezahlt, Und keine Kreide malt Den Namen an die Kammerthür Und hinten dran die Schuldgebühr. Der Gast darf wieder kommen, Ja kommen. Und wer sein Gläslein trinkt, Ein lustig Liedlein singt Im Frieden und mit Sittsamkeit, Und geht nach Haus zu rechter Zeit, Der Gast darf wieder kehren, Mit Ehren.
Des Wirths fein Töchterlein Ist züchtig, schlank und fein, Die Mutter hält’s in treuer Hut, Und hat sie keins, das ist nicht gut, Mußt eins in Straßburg kaufen, Ja kaufen.
Jetzt Brüder, gute Nacht! Der Mond am Himmel wacht; Und wacht er nicht, so schläft er noch. Wir finden Weg und Hausthür doch, Und schlafen aus im Frieden, Ja Frieden.