Versos German Johann Peter Hebel An einen Freund zu Hausen

German poem

An einen Freund zu Hausen

by (1760–1826)

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Hoch von der langen schwarzen Möhr herab, Vom Platzberg her, auf wohlbekanntem Pfad Erschein ich dir, o Freund, den Blumenkranz Dir bringend, den ich jüngst in Wald und Flur Und von der Wiese duftigem Gestad Und um die stillen Dörfer her gepflückt. Zwar nur Gamänderlein und Ehrenpreis, Nur Erdbeerblüthen, Dolden, Wohlgemuth, Und zwischendurch ein dunkles Rosmarin, Geringe Gabe. Doch so gut sie kann, Hat lächelnd und mit ungezwungner Hand Des Feldes Muse sie in diesen Kranz Gewunden, und der reine Freundessinn, Der dir ihn bietet, sey allein sein Werth. Und hieng er nun hier unterm Spiegel schön, So schwankt er schöner doch im Lindenast, In freier Weitung, leichter Weste Spiel. Dort schwank’ er denn! Und sammelt um sich her Die Linde unterm Sonntagshimmel blau Das frohe Völklein aus dem nahen Dorf, Das gute Völklein, das dich liebt und ehrt, Und unter ihnen mancher mir von Blut Verwandt, und mancher aus der goldnen Zeit Der frohen Kindheit mir noch werth und lieb, So theilst du gern des kleinen Spaßes Freuden Mit ihnen. „Seht zu diesem leichten Strauße“ So sagst du, „sind die besten Blümlein doch Von unsrer Flur, und unser Eigenthum Mit Recht.“ – Io weger uffem Alzebühl, Io weger uffem Maiberg hen sie blüeiht; Und bini nit im frische Morgethau Dur d’Matte gstreift, und über d’Gräbe gumpt? Und hani nit ab mengem hoche Berg Mit nasse Auge abe gluegt ins Dorf – Und hanich Fried und guete Stunde gwünscht? S’isch weger wohr, und glaubsch mers nit, se frog De Bammert, mengmole het er mi verscheucht Im Habermark und im verhängte Wald. Se b’schauet denn mi Bluemechränzli au Am Lindenast, und ’s freut mi, wenn’s ich gfallt; Und nehmet so verlieb; es isch nit viel.