Versos German Johann Peter Hebel Neujahrswunsch des Wochenblattträgers 1815

German poem

Neujahrswunsch des Wochenblattträgers 1815

by (1760–1826)

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Viel Neues wieder alt In anderer Gestalt Verschwund’nes wieder da! Ein großer Aufschluß nah, – Und plötzlich wieder fern! Der Zukunft goldner Stern Bald in den Wolken, bleich, Bald wieder strahlenreich! Des Wünschens immer viel, Und nie erreicht das Ziel, Und stets die Menschen gleich! Ein wunderlich Geschlecht, Getäuscht von Wahn und Schein, Nie mit sich im Verein! Kein Engel macht’s ihm recht. Das alte Rad der Zeit, Wie dreht es sich herum Schon manches Seculum, Und dennoch kommts nicht weit. Wohl dem, der sich vertraut, An seinem Nestlein baut, Und was mein frommes Blatt, Nicht was die Zeitung hat, Mit stillem Sinn beschaut, Nicht in die Zukunft schwebt, Und, – geh es wie es geh, Zu Land und auf der See, – Des eignen Friedens lebt. So spreche Fried und Ruh Im lieben neuen Jahr, Das uns die Zeit gebahr, Geehrte, bei euch zu! Zum höchsten Glücke weiht Nicht Kiste, voll und schwer, Nicht Macht und Glanz und Ehr, Nur die Zufriedenheit!