Versos German Joseph Victor von Scheffel Am Grenzwall

German poem

Am Grenzwall

by (1826–1886)

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Ein Römer stand in finstrer Nacht am deutschen Grenzwall Posten, fern vom Kastell war seine Wacht, das Antlitz gegen Osten ... Da regt sich feindlich 'was am Fluß, da schleicht und hallt 'was leise ... Kein Paean von Horazius, ganz wildfremd war die Weise: »Ha' ... hamm' ... hammer dich emol, emol, emol an dei'm verrissene' Kamisol, du schlechter Kerl!«

An eine Jungfrau Chattenstamms hatt' er sein Herz vertandelt und war ihr oft im Lederwams als Kaufmann zugewandelt. Jetzt kam die Rache ... eins, zwei, drei! Jetzt war der Damm erklettert ... Jetzt kam's wie wilder Katzen Schrei und Keulenschlag geschmettert: »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.

Er zog sein Schwert, er blies sein Horn, focht als geschulter Krieger, fruchtlos war Mut und Römerzorn, die Wilden blieben Sieger. Sie banden ihn und trugen ihn wie einen Sack von dannen; als die Kohort' am Platz erschien, scholls fern schon durch die Tannen: »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.

Versammelt war im heiligen Hain der Chatten Landsgemeinde, ihr Odinsjulfest einzuweih'n mit Opferblut vom Feinde. Der fühlt sich schon als Bratenschmor in der Barbaren Zähnen, da sprang sein blonder Schatz hervor und rief mit heißen Tränen: »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.

Und alles Volk sprach tiefgerührt ob solcher Wiederfindung: »Man geb' ihn frei und losgeschnürt der Freundin zur Verbindung! Nimmt sie ihn hier vom Fleck als Frau, sei alle Schuld verziehen. Und heut noch wird im ganzen Gau als Festbardit geschrien: »Ha' ... hamm' ... hammer dich ⁊c.