Versos German Joseph Victor von Scheffel Die letzte Hose

German poem

Die letzte Hose

by (1826–1886)

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Letzte Hose, die mich schmückte, fahre wohl! dein Amt ist aus, ach auch dich, die mich entzückte, schleppt ein andrer nun nach Haus.

Selten hat an solchen Paares Anblick sich ein Aug erquickt; feinster Winterbuxking war es, groß kariert—und nie geflickt!

Mit Gesang und vollen Flaschen grüßt ich einst in dir die Welt; zum Hausschlüssel in der Taschen klang noch froh das bare Geld.

Aber längst kam das Verhängnis, die Sechsbätzner zogen fort, und das Brückentorgefängnis ist ein dunkler stiller Ort ...

Längst verschwand, was sonst versetzlich, Frack—und Rock—und Mantels Pracht. Nun auch du! es ist entsetzlich! ... Letzte Hose, gute Nacht!

Tag der Prüfung, o wie bänglich schlägt mein Herz und fühlt es hell: Alles Irdische ist vergänglich und das Pfandrecht schreitet schnell!

Nirgends winkt uns ein Erlöser, letzte Hose! ... es muß sein! ... Elkan Levi, dunkler, böser Trödler, nimm sie! ... Sie sei dein!

Stiefelfuchs, du alter treuer, komm und stütz mein Dulderhaupt! Noch ein einziger Schoppen Neuer sei dem Trauernden erlaubt.

Dann will ich zu Bett mich legen und nicht aufstehn, wenn's auch klopft, bis ein schwerer goldner Regen unverhofft durchs Dach mir tropft.

Zeuch denn hin, die ich beweine, grüß den Rock und 's Kamisol! Weh! schon friert's mich an die Beine! ... Letzte Hose, fahre wohl!!