German poem
Der Kirchhof
by Karl Philipp Conz (1762–1827)
Ist dieß elysische Flur? Wie, sind es der Seligen Inseln, Die mein glücklicher Fuß fern von den Menschen betritt. Durch Cypressen wandl’ ich dahin, durch Gänge von Pappeln Dort, und sehe verstreut Mahle von Todten umher. Ruh’, heimatliche Ruh’, in welche die Zweige der Bäume Leis, doch bedeutungsvoll flüstern, umathmet mich süß, Auch die Thränenweide dort neigt sich über ein frisches Grab, wo einfach ein Stein redet von Hoffnung im Schmerz. Dort ein schlängelnder Strom umwindet die Insel gesell’ter Todten, die hier vereint ruh’n von den Mühen der Welt, Ihrer Begräbniss’ Umhügelung blinkt im Strale des Lichtes, Das mild oben sich regt, neu von den Wellen herauf, Und ein Himmel umhängt sie hold im Spiegel des Wassers, Näher dem Himmel schon seh’ ich die Mahle gerückt. Ruht sanft, Glückliche, so im prophetischen Widerscheine, Bis der himmlische Tag einst die Erwachten vereint.
Conz.