German poem
Herbst
by Karl Siebel (1836–1868)
Wieder ist es Herbst geworden; ausgeträumt den schönen Traum, Sinkt das fahle Laub zur Erde, von dem müden, matten Baum.
Blätter, Blumen sind gestorben; Nelken welkten, Rosmarin, – Stürme wehten durch die Rosen, und die Lilien schwanden hin.
Bunte Vögel wiegten zwitschernd sich in süßem Blüthenduft. Nun ist’s Herbst und wild durchtoset Sturm die ausgestorb’ne Luft. –
Zieht hierauf der neue Frühling mit erneu’ter Poesie, Denkt man dann wohl der Verblühten? trauert dann man wohl um sie?