Versos German Klabund Und heut in der Nacht - da bin ich erwacht

German poem

Und heut in der Nacht - da bin ich erwacht

by (1890–1928)

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Und heut in der Nacht / da bin ich erwacht, Es schrieb eine Hand an der Wand. Und die Schrift war rot / wie Blut so rot, Und wie Wachs so weiss war die Hand.

Und ich sahs und vergass / meine Ängste und las, Was die Hand, die silberne, schrieb. Bedarfst du mein? / Du bist nicht allein Und ich hab dich ewig lieb.

Vergiss nicht die Fei / und die heilige Drei Und den Schrei und den endlosen Kuss. Der Kerker zerbricht / es naht das Gericht, Und zur Quelle empor fliesst der Fluss.

Die Nacht und der Tag / der Mond und der Hag, Wir lieben uns immer neu. Du küsst meine Stirn / wie Sonne den Firn Und als Bettler hüllt uns die Streu.

Bleibe du, bleibe ich / so singe, so sprich, Sprach ich recht, sprach ich dich, sprach ich du? Ich ergriff an der Wand / die silberne Hand, Und sie zog mich den Sternen zu.