German poem
Malwine
Ich habe mich deinetwegen gewaschen und rasiert. Ich wollt mich zu dir legen mit einem Viertelchen, mit einem Achtelchen – Malwine! Doch du hast dich geziert.
Der Kuckuck hat geschrieen auf deiner Schwarzwalduhr. Ich lag vor deinen Knieen: „Gib mir ein Viertelchen! Gib mit ein Achtelchen! Malwine! Ein kleinen Stückchen nur!“
Dein Bräutigam war prosaisch. Demselben hat gefehlt, dieweilen er mosaisch, ein kleines Viertelchen, ein kleines Achtelchen … das hätt dich sehr gequält!
Du hast mir nichts gegeben und sahst mich prüfend an. Das, was du brauchst im Leben, sei nicht ein Viertelchen, und nicht ein Achtelchen … das sei ein ganzer Mann –!
Mich hat das tief betroffen. Dein Blick hat mich gefragt … Ich ließ die Frage offen und habe nichts gesagt.
Daß wir uns nicht besaßen! So aalglatt war mein Kinn. Nun irr ich durch die Straßen … Malwine –! und weine vor mich hin.