German poem
Vergänglich ist die Menschheit und, dem Staube
by Ludwig Ferdinand Schmid (1823–1888)
Vergänglich ist die Menschheit und, dem Staube Mühsam entwachsen, unrettbar verfallen Dem grauen Chaos. Keinen von uns allen Befreit vom Erdenlos sein Himmelsglaube.
Arm ist die Menschheit; jeder lebt vom Raube Und von Geschenken aus des Todes Krallen; Und was beherrscht Despoten wie Vasallen? Die liebe Sünde nur, die blinde, taube.
Des Fleisches Wut, des Denkens finstre Macht, O Papst! verbrüdern Sklaven mit Cäsaren Im Schlamme, der auch dir entgegenlacht, Wo mir, dem Sünder in der Sünder Scharen, Graut vor der Lüge, die dein Stolz erdacht, Und graut vor dir, dem einzig Unfehlbaren.