Versos German Ludwig Thilo Das Grab

German poem

Das Grab

by (1775–1854)

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Lüfte wehen, Wolken fliehen An dem Himmel über mir , Grauenvolle Nebel ziehen Schauerlich im Thale hier, Leicht verhüllte Sterne blinken Aus der dunkeln Höh herab, Und verwelkte Blätter sinken Von der Linde auf das Grab.

Hüllet meine müden Glieder In den weißen Schleier ein; Senkt die eingewiegten nieder Leis’ in diese Todtenreihn. Meines Herzens banges Sehnen Wiegt sich schon in Schlummer ein, Und die stillgeweinten Thränen Werden bald getrocknet seyn.

Dann verlöschen meine Flammen Ungestillter Sehnsucht Raub, Sinken in sich selbst zusammen Wie mein Herz, zu Aschenstaub. Blumen nur, und keine Vasen Stehn auf dem bedeckten Sarg Den ein friedlich grüner Rasen Tief in seinem Schoos verbarg.

Tropfen fallen, Flocken fliegen, Schlossen stöbern kalt herab, Sanftbewegte Winde wiegen Sich auf dem bemoosten Grab. Dünne Nebelwolken eilen Ueber mir am Himmel fort, Freundlich will die Sonne weilen: Fühl’ ich’s nicht an meinem Ort.