German poem
Leuchtend Bild im Ätherrahmen
by Marie Eugenie Delle Grazie (1864–1931)
Tivoli.
Leuchtend Bild im Ätherrahmen, Fluthensilbern, felsbewacht – Tivoli! aus deinem Namen Weht’s mich an wie Zaubermacht!
Halb die Seele schon befangen Von des Scheidens herber Pein, Sah mein Aug’ dich locken, prangen, Und das Herz ward – doppelt dein!
Allem was in sel’gen Stunden Es an süßem Glück genoß, Was an Hoffnung ihm entschwunden, Was es stolz in sich verschloß –
Allem liehen deine Fluthen Stimme oder Widerhall, Tosend jagten meine Gluthen Mit dem Anio zu Thal!
Und wo er, am Fels zerschellend, Ausrast wie ein wunder Leu, Hört’ ich aus der Tiefe gellend Meinen eig’nen Abschiedsschrei!