German poem
Sta. Cecilia in Trastevere
by Marie Eugenie Delle Grazie (1864–1931)
(Von Maderna.)
Vor deinem Bildnis bin ich hingesunken, O Jungfrau, – Überwind’rin – Heldin du! Und hab’ verschmachtend tief in mich getrunken Den Zauber deiner unentweihten Ruh’!
Dich hätt’ der Tod mit seinen plumpen Qualen Dahingestreckt? Begeist’rung war’s allein: Von Ihrem Blitz seh’ ich dein Antlitz strahlen, In dir verklärt sie noch den todten Stein!
Asbest erhielt sie deine heil’gen Glieder Wie sie geblüht; der Katakomben Nacht Gab unberührt und unverwest sie wieder – Zu rein warst du selbst für des Todes Macht!
Denn nur Begierd’ entweiht den Leib zu Zunder Und Fäulnis, drin des Wurmes Brut erwarmt – Du aber blühtest, ein jungfräulich Wunder, Noch aus dem Grab, wie dich dein Gott umarmt!