German poem
Du und ich
by Max Dauthendey (1867–1918)
Du und ich! Wunschlose Seligkeit Strömt deine Nähe über mich. Der Alltag wird zur Sonntagszeit, Unsterblich schlingt das Leben sich Um uns. Und Menschengöttlichkeit Fühl' ich bei dir durch dich.
Was einst gewesen, weiß ich kaum. Die enge Welt wird weiter Raum. Und Holz wird Eisen, Eisen Holz Und Stolz wird Demut, Demut Stolz. Gar wunderbare Weisen Singt dann bei seinem Kreisen Mein Blut im Paradies für mich. Es haben alle Wünsche Ruh', – Ich weiß nicht mehr, wer bist dann du. Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich.
More by Max Dauthendey
- Du findest die Menschen im Dunkel, wenn deine Augen warten
- Du hast dein Herz aus Feuer gebaut
- Du nahmst mir die Augen aus dem Kopf
- Du sagst, du siehst nicht mehr zur Luft
- Du ziehst durch mein Leben wie ein spiegelnder Fluß
- Durch den hohen Park ging der Zug der Sterne
- Eilt euch, eil' dich, die Bäume blühen!
- Ein altes Herbstblatt fliegt im Acker auf