German poem
Eine kleine Maskenwelt
by Max Dauthendey (1867–1918)
Im bescheidenen Gras lebt eine kleine Maskenwelt mit Behagen, Marienkäfer, die auf den Flügeldecken Malereien wie bunte Gesichter tragen, Kleine Käfer, die sich auf die höchsten Gräser wagen, Und sich mit vielen Beinen redlich vorwärts plagen; Kleine Halbkugeln, die nach ihrer andern Hälfte fragen. Alle rennen und müssen sich ihre Liebe erjagen Und tragen ihre winzigen Romane, ohne laut zu klagen.